So, nun hab ich auch endlich meinen Blog =)
Wieso? Ja, gute Frage… Also ich möchte hier vorallem über meine Ausbildung als Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (kurz FaMI) berichten, die ich vor wenigen Tagen in einer Bibliothek begonnen habe.
Die erste Woche ist nun schon rum und na ja, es ging so. Den ersten Tag haben wir alle Ämter der Stadt besichtigt, was für mich größtenteils (außer die Bibliothek & das Archiv) langweilig war, da ich dort höchstwahrscheinlich nie mehr sein werde. Am zweiten Tag hatten wir (das heißt ich + sechs andere Azubis) eine EDV-Schulung, die ich auch sehr uninteressant fande. Man hätte den Inhalt gut und gerne in 10 Minuten lernen können und das ist leider nicht übertrieben. (Und gedauert hat die Schulung 7 Stunden… gut, mit 1 1/2 Stunden Pause dazwischen, aber trotzdem...)
Die anderen Auszubildenden sind ganz okay, jedoch konnte ich auch nicht viel mit ihnen anfangen. Sie machen alle etwas in Richtung Verwaltung und haben sich deshalb nur über die Ämter unterhalten, wo sie zuerst hinkommen usw. Und wenn sie das mal ausnahmsweise nicht gemacht haben, dann haben sie sich über die Berufsschule unterhalten und ich werde ja auf eine andere gehen.
Auf den dritten Tag hab ich mich am Abend zuvor schon sehr gefreut. Zuerst hatten wir ca. eine Stunde eine Führung, die ganz interessant war und anschließend ging es endlich in die Bibliothek. Dort meldete ich mich zuerst an der Theke, wurde dann nach oben geschickt. Mein Schreibtisch war noch vollgeräumt von Bastelarbeiten, was ich allerdings nicht schlimm fand. Dann zeigte mir die gerade fertig gewordene Auszubildende die Bibliothek mit den Systematiken. Schließlich durfte ich Romane und Taschenbücher einstellen. Anschließend schnitt ich ein paar A3-Blätter zurecht für den Drucker und danach konnte ich schon Mittagspause machen. Dazu setzte ich mich in den „Pausenraum“, der eigentlich so eine Art Küche ist. Die Azubine aus dem 2. Lehrjahr saß auch dort, aber da sie einen Brief schrieb, wollte ich sie lieber nicht unterbrechen. Nachdem ich gegessen hatte, fing ich an mein Buch weiterzulesen, da ich eine Stunde Mittagspause machen muss wegen des Jugendschutzes. Nach einer Weile kam noch eine Mitarbeiterin, die sich wenig später mit der Azubine aus dem 2. Lehrjahr unterhielt. Irgendwie kam ich mir ein klein wenig ignoriert vor, aber da es auch nicht mein Thema war, konnte ich auch nicht wirklich mitreden.
Den restlichen Nachmittag schnitt ich zusammen mit der Azubine aus dem 2. Lehrjahr Schilder für die Kinderbibliothek aus. Irgendwie kamen wir dann dabei doch ins Gespräch und ich finde sie richtig nett :) Was ich aber eigentlich etwas komisch fand, war, dass mir noch nichtmal jemand meine Arbeitszeiten für den nächsten Tag erklären konnte und mir auch sonst eigentlich gar nichts erklärt wurde (vom Organisatorischen her). Ich habe dann alles die Azubine gefragt (sonst waren die meisten Mitarbeiter schon nachhause).Am nächsten Tag habe ich wieder Romane & Taschenbücher einsortert, war mit der Azubine (aus dem 2. Lehrjahr) Pralinen für den Chef kaufen (da er Geburtstag hatte) und habe CDs repariert. Morgens kam ich mir erst etwas nutzlos vor, da eine Bibliothekarin dann keine Zeit hatte, die anderen sich über die Umgestaltung der Kinderbibliothek unterhielten und ich nicht genau verstanden hab worum es geht und ich auch nur da neben stehen oder sitzen konnte. Nicht gerade tolles Gefühl.
Im Großen und Ganzen kam ich mir ein bisschen „reingeworfen“ vor. Mir wurden die Mitarbeiter nicht so richtig vorgestellt und auch sonst fühlt sich keiner so recht für mich zuständig, nur die Azubine, die ja eigentlich nur ein Jahr älter ist als ich. Ohne sie wäre ich echt total verloren gewesen, jetzt die zwei Tage. Ich hoffe, es lag bisher auch nur daran, dass der Chef (mein Ausbilder) nicht da war… Morgen kommt er wieder aus dem Urlaub, die Azubine aus dem 3. Lehrjahr auch und wir bekommen eine Praktikantin aus Frankreich, die für ein halbes Jahr bleibt. Ich bin schon recht gespannt auf drauf, jedoch freue ich mich im Moment aber doch nicht so richtig. Da sind dann doch so Gedanken wie „Und wenn es so weiter geht wie bisher? Wenn ich wieder so daneben stehen muss?“. Ich hoffe aber wirklich, dass es besser wird. Also ich weiß ja auch nicht, vielleicht sollte es nicht so schlimm sein nur daneben zu stehen, aber daneben stehen und nicht mitreden zu können ist ein scheiß Gefühl =/ Und wenn man dann noch liest, dass sich in anderen Bibliotheken viel Zeit für die Auszubildenden genommen wird und wie nett doch alle sind… Das hat mich Freitagabend dann doch schon sehr fertig gemacht, sodass ich einfach weinen musste.
Ich hoffe wie gesagt wirklich, dass es besser wird. Es kann doch nicht sein, ich hab mir so viel Mühe mit meinen Bewerbungen gegeben, bin 200km weit von meinen Eltern weggezogen, hab eine Menge Vorstellungsgespräche abgesagt, hab einen Ausbildungsplatz, den ich schon sicher hatte, abgesagt und alles damit ich jetzt einen Ausbildungsplatz hab, der mir nicht gefällt? Liegt ja nicht am Beruf… Falls es mir wirklich auch in den nächsten Wochen nicht besser werden sollte, weiß ich wirklich nicht mehr weiter.
Sonntag, 6. September 2009
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